Taxifahren in Berlin

Also meine Erfahrung mit Taxen in Berlin war nicht so gut. Ich war auf einer Schulung dort, die Hinfahrt zu dem Hotel vom Flughafen Tegel verlief problemlos. Am Ende der Schulung hatte ich noch etwas Zeit und bin zum Brandenburger Tor gelaufen. Es war herrlich, auch weil es beleuchtet war. Dann musste ich mit dem Taxi zurück zum Flughafen. Ich ging zur Strasse des 17. Juni, wo ich auch gleich einen Taxisstand fand, auf dem jedoch kein Taxi stand. Ein Pärchen wartete dort schon und ich gesellte mich dazu. Es kamen in 20 Minuten ungefähr 100 Taxis vorbei, aber alle waren belegt! Ich konnte es nicht fassen. Und wir haben immer Handzeichen gegeben, dass die vollen Taxen doch bitte ein Taxi für uns rufen sollen. Die haben immer nur gewunken und genickt, aber nichts ist passiert. Das Pärchen vor mir entschied sich, auf die andere Seite des Brandenburger Tors zu laufen und dort mal ihr Glück zu probieren. Ich war extremst unter Zeitdruck und rief die Auskunft an, um mich mit einem Taxiunternehmen verbinden zu lassen. Das haben die dann auch getan, nur leider war es einfach irgend eine Firma, die mir nicht weiterhelfen konnte. Also ich nochmal vom Handy aus die schweineteure Auskunftsnummer gewählt und diesmal darum gebeten, mich mit der Taxizentrale zu verbinden. Das ist dann auch (nach der Nummernansage, man kennt das ja, und braucht es in diesem Moment gar nicht) geschehen, nur leider hat es durchgeklingelt! Das muss man sich mal vorstellen! Es klingelt in der Taxizentrale durch.

Langsam wurde die Zeit auch knapp für mich und so entschloss ich mich, auch auf die andere Seite des Brandenburger Tors zu gehen. Dort fand ich auch direkt ein Taxi! Gott sei Dank. Der Typ fuhr mich also zum Flughafen, bei Ankunft dort, wollte er mir erst mein Wechselgeld nicht geben. Ich gab ihm 20 EUR und hätte noch 3 EUR zurückbekommen, aber er sagte einfach nur danke und weiter nix. Daraufhin bin ich auch einfach sitzen geblieben. Nach etwa 30 Sekunden will er die Tür aufmachen und ich spreche ihn auf mein Wechselgeld an. Er fängt an rumzukramen, auch in seiner Hosentasche und so und drückt mir zwei Münzen in die Hand, von der ich die eine genau sah, es war 1 EUR,  das zweite Stück war grösser, also war das das 2 EUR Stück. Das dachte ich zumindest. Als ich mir am Flughafen ein Sandwich kaufte, stellte ich fest, dass das 2 EUR Stück irgendeine türkische Münze ist.

Was habe ich mich geärgert! Also bei dieser Taxifahrt wurde ich von Anfang an nicht vom Glück verfolgt. ..

Abendessen

Also, als ich in Hamburg war, sind wir ins „Thämers“ gegangen. Das ist eine urige Kneipe am Großneumarkt mit typischen Hamburger Essen. Die Bratkartoffeln sind dort am beliebtesten, und dazu alle möglichen Beilagen von Spiegelei mit Schafskäse oder Krabben oder aber auch Matjes in allen mgl. Variationen. Den Zwiebelkuchen fand ich nicht so gut, der Boden war zu dick und trocken, aber ansonsten wirklich zu empfehlen. Aber Achtung: Das Lokal ist sehr klein, unbedingt einen Tisch reservieren und pünktlich kommen, sonst ist er weg!

Meine Erfahrung mit Syrien

Nachdem ich von meinem Urlaub aus Syrien zurück bin, wurde ich oft standardmäßig gefragt, wie mein Urlaub denn war. Sicherlich spielte dabei auch die Neugier mit, denn Syrien ist ein Land, das wahrlich nicht jedem bekannt ist. „Toll war es“, antworte ich immer ganz spontan. „Ich habe am Strand gelegen, und mir die Sonne auf den Bauch knallen lassen!“. Ausserdem war es schön, die eigene Familie mal wieder zu sehen! Ok, ich gebe zu, dieser Teil entspricht nur der halben Wahrheit. In Wirklichkeit war die Familie ziemlich nervig und bis auf vielleicht 4-5 Leuten aus dem ganzen Clan, hätte ich wirklich darauf verzichten können.

Und dann geht meine Überlegung schon los. Wie hört sich das an, was Du da erzählst? Wie kommt es bei den Leuten rüber? Was ist, wenn wirklich mal einer genauer nachfragt und wissen will, wie Syrien als Urlaubsland ist?

Soll ich dann erzählen, dass ich die Wahlen des Präsidenten mitbekommen habe und auch mitbekommen habe, wie sie manipuliert werden? Wie das Volk zum Narren gehalten wird. Wie sich Festzüge auf den Strassen formatieren und kümmerliche Feuerwerke eine Freude über das Wahlergebnis demonstrieren, die gar nicht wahr ist? Soll ich erzählen, wie sehr es mich erschüttert hat, dass meine christliche Familie Einkäufe beim Moslem um die Ecke meidet? Oder wie ich am Strand zwischen Plastikmüll lag und mich fragte, warum selbst die Einheimischen nicht auf die Idee kommen, dass der Strand ohne Müll viel schöner aussähe?

Oder soll ich erzählen, wie ich einmal verzweifelt auf der Suche nach einer Toilette war, es aber nur total verdreckte Dinger gab und dann auch noch im „französischen Stil“, also nur ein Loch in der Erde? Es war so schrecklich, dass ich lieber noch eine Autofahrt von 2 Stunden ausgehalten habe, als mich auf so eine Toilette zu setzen!

Aber dann denke ich wieder an die schönen Seiten: Ich hatte ein Taschengeld von nur 200 EUR für diesen Urlaub und musste mir sogar noch einen zweiten Koffer dort kaufen, um all meine Souvenirs auch nach Deutschland zu bekommen. Ich musste mich in Englisch und ein paar Brocken Arabisch verständigen, und wurde nicht auf Deutsch überall angesprochen.

Kulturelle Attraktionen sind frei zugänglich, ohne Eintritt! Das konnte ich als häufiger Türkeiurlauber gar nicht glauben!

Als Tourist wird man dort noch nicht als Goldesel angesehen, den es gilt, in seinen Laden zu zerren und zu melken. Man kommt noch mit wirklich Einheimischen in Kontakt, die schon ihr ganzes Leben an diesem Ort verbringen und nicht wegen des Tourismus dorthin gezogen sind.

Es gibt noch Orte, die wirklich unberührt sind und nicht zu einer Touristenattraktion verkommen sind. Man spürt die Macht der Staatsgewalt, nicht, dass man Angst haben müsste, aber die Zollbeamten am Flughafen sind alles andere als freundlich und hilfsbereit. Als frei aufgewachsene Europäerin ist es eine neue Erfahrung, eine Staatsmacht zu spüren. Da merkt man dann erst, was für eine gute Erfindung Europa ist und was für ein Glück man hat, in diesem Teil der Welt zu leben und gewisse Erfahrungen nie machen zu müssen.

Diese guten Seiten des Urlaubs möchte ich nicht missen. Und sie wiegen auch die negativen Seiten sicherlich auf. Für mich jedenfalls. Man muss sich halt vorher bewusst sein, was für eine Art von Urlaub es wird. Jemand, der allen Komfort für sich beansprucht, keine weiten Wege zum nächsten Kiosk laufen möchte und kein englisch spricht, ist sicherlich in einer Touristenhochburg besser aufgehoben.

Mein Urlaub in Syrien

Nun bin ich von meinem Trip aus Syrien wieder zurück. Es war sehr schön gewesen, jedoch sicherlich nicht so, wie man sich einen Traumurlaub vorstellt. Familienurlaub ist halt doch immer etwas anderes. Man muss sich in Rücksicht üben und muss darauf achten, nicht allzu egoistisch zu sein, weil man den Menschen dort vielleicht auf die Füße tritt. Das ist ja auch in Ordnung. Das weiss man ja auch vorher schon. Trotzdem war der Urlaub sehr schön. Alle Verwandten mal wieder sehen. Sicherlich hätte man auf ein paar Kontakte gerne verzichten können, aber dafür gab es auch andere, auf die man sich richtig freute.

Am Strand liegen war auch wundervoll. Nun gut, der ganze Plastikmüll drumherum war nicht so berauschend, aber was erwartet man von einem Land, das touristisch kaum erschlossen ist? Dafür hat das ganze andere Vorteile. Eine Dose Cola kostet am Kiosk gerade mal 20 Cent, ein leckeres Sandwich mit Kebabfleisch und Salat auch nur 20 Cent. Wenn man nicht unbedingt Original-Marken kaufen will, bekommt man eine Diesel-Hose schon für 25 EUR. Alles in allem kann man dort seiner Kauflust mal so richtig frönen (schreibt man das so?) und braucht wirklich nicht viel Geld. Von daher schon wieder so lohnenswert. Natürlich findet man dann nicht überall saubere, dem europäischen Standard entsprechende Toiletten vor (weiss jemand von Euch noch, was ein französisches Klo ist?), aber da ich sowieso nicht zu der Fraktion gehöre, die nicht mal für ein paar Stunden hochziehen kann, ist das für mich nur mäßig schlimm. Ach, und für alle Raucher unter uns: ein Päckchen Marlboro kostet 1 EUR! Ist das nicht traumhaft! Wenn das den Urlaub nicht lohnenswert macht! Da verzichte ich gerne auf einen sauberen Strand, an dem sich die Touristen aus dem Hotelblock dahinter quetschen. Und ich verzichte gerne auf aufdringliche Anmachen der Einheimischen oder auf Händler, die mich in ihre Läden ziehen. Ich werde auch nicht auf Deutsch angesprochen, sondern muss mich mit Englisch und Arabisch durchschlagen. Manchmal ein echtes Abenteuer uns sehr spaßig! Ich verzichte gerne auf hohe Eintrittsgelder an den kulturellen Sehenswürdigkeiten und nehme dafür auch in Kauf, nicht gleich einen Kiosk für eine Cola und 15 Souvenirläden nacheinander vorzufinden.

Alles in allem muss einem bewusst sein, dass ein touristisch nicht so erschlossenes Land sicherlich nicht den direkten Komfort bietet, aber in Syrien findet man trotzdem tolle, elegante, saubere Hotels im orientalischen Stil oder auch hypermodern, ebenso wie Restaurants. Das muss man also nicht missen. Und die Nebenkosten des Urlaubs halten sich unglaublich niedrig. Ausserdem kommt man dem Land so viel näher, da man im direkten Kontakt zu den Einheimischen steht und nicht in irgendwelchen Touristenhochburgen, die kulturell und historisch nichts zu bieten haben, lebt.